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Verfassung des Freistaats Bayern: Fränkisch!

Anmerkung: Die Verfassungsurkunde des heutigen Bayern ist jedenfalls zum Gutteil fränkisch.

Teil 7 (von 8 Teilen) der Rede von Prof. Dr. Günter Dippold, Tag der Franken 2010

Nehmen wir bloß die Verfassung des Freistaats Bayern von 1946.

Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat.

"Mit dem festen Entschlusse, dem kommenden deutschen Geschlecht die Segnungen des Friedens, der Gerechtigkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das bayerische Volk eingedenk seiner mehr als 1000-jährigen Geschichte nachstehende demokratische Verfassung." Diese Worte, die Präambel hat ein Bamberger geschrieben, Dr. Lorenz Krapp, sein Nachfolger sitzt hier drüben: Präsident des Oberlandesgerichts seiner Heimatstadt.
Er saß dem Verfassungsausschuss der verfassungsgebenden Landesversammlung vor. In diesem Gremium entstand der Verfassungstext.
Die beiden Schriftführer waren Franken: Der damalige Ministerpräsident Dr. Hans Ehard aus Bamberg und mein Lichtenfelser Landsmann Dr. Thomas Ehler, damals Generalstaatsanwalt in Bamberg. 21 Männer zählte der Verfassungsausschuss. Ein Drittel davon waren Oberfranken. ... Alles in allem 11 von 21 - eine fränkische Mehrheit.

Und der eigentliche Vater der Verfassung:
Ministerpräsident Wilhelm Högner, ist zwar im Münchner Umland zur Welt gekommen, aber als Kind eines fränkischen Eisenbahners.

Die Verfassungsurkunde des heutigen Bayern ist jedenfalls zum Gutteil fränkisch.

Auf sie, nicht auf fragwürdiges Gerede über Beutekunst, sollten wir unsere Ansprüche gründen. Auf Artikel 3: "Bayern ist ein Rechts-, ein Kultur- und ein Sozialstaat."
Bayern nicht Oberbayern, nicht München, Bayern, ganz Bayern — auch Franken."

Die Verfassung ist ein Versprechen, gegeben allen Staatsbürgern.

Nun gilt es, diesen Wechsel bei sich bietenden Gelegenheiten bei der Bank der Gerechtigkeit einzulösen. Nun gilt es, auf eine bessere Verteilung kultureller Einrichtungen über das ganze Land hinzuwirken.

Dass das internationale Künstlerhaus des Freistaats vor 10 Jahren nicht am Tegernsee entstanden ist, sondern in Bamberg, dass die Bamberger Symphoniker nicht nur Bayerische Staatsphilharmonie heißen, sondern auch wirtschaftlich mitgetragen werden vom Freistaat Bayern, das sind Schritte in die richtige Richtung.

Was wollen wir? Wir wollen nicht noch ein Zweitmuseum, das dann mangels Geld und Personal vor sich hindämmert. Wir wollen nicht Brosamen vom Tisch, wir wollen Platznehmen am Tisch.

Es gilt die Logik des frühen 19ten Jahrhunderts aufzubrechen - sie ist überholt.
Damals schien es den Handelnden vernünftig, das Wertvollste in der Hauptstadt zu konzentrieren, am Sitz des Souveräns.
Seit 1918 ist Bayern eine Republik.
Wir sind der Souverän.

...

Es gibt keinen Grund, dass die Staatssammlungen durchwegs in der Hauptstadt sitzen.
Dort ist der Neubau für das staatliche Museum für Ägyptische Kunst im Entstehen.
Warum nicht in - sagen wir - Würzburg?
Würzburg hat mit Ägypten genau so viel oder wenig zu tun wie München.
Warum sitzt das Landesamt für Denkmalpflege - die Zentrale meine ich - in München und nicht in Bamberg?

<< Ende der wörtlichen Ausführungen Teil 7 zur Rede von Prof. Dr. Günter Dippold anlässlich des Tags der Franken 2010 >>

Fazit: Seit 1918 ist Bayern eine Republik. Wir sind der Souverain. Und, die Verfassung des Freistaats Bayern ist zuallererst fränkisch! Franken haben sie maßgeblich mitgestaltet.

Teil 8 der Rede: Die Zukunft Frankens