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Menschen in Franken und deren Geschichte

Anmerkung: Nimmt man die Menschen in Franken in den Blick, so stellt sich die fränkische Geschichte komplizierter dar.

Teil 2 (von 8 Teilen) der Rede von Prof. Dr. Günter Dippold, Tag der Franken 2010

Menschen in den Blick nehmen

Nimmt man nicht Länder in den Blick, sondern Menschen, wird es noch komplizierter.

Was macht einen Menschen zum Franken?

  • Dass er in Franken, im Reichskreis oder im Sprachkreis Franken zur Welt gekommen ist?
  • Dass schon seine Eltern Eingeborene waren?
  • Muss er hier wohnen?
  • Braucht es ein Bekenntnis zu Franken? Und wie geht das?
  • Kann ein Nichtfranke Franke werden? Wie macht er das?
  • Kann man sein Frankentum auch einbüßen?

Wir leben in einer mobilen Gesellschaft.
Da ist es mit regionaler Zugehörigkeit nicht einfach.

Die folgende Passage habe ich geschrieben, als ich mit Ihnen, lieber Herr Baron zu Guttenberg, nicht gerechnet habe. Ich rede über anwesende Personen ungerne in der dritten Person — Entschuldigung.

Sind Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas Gottschalk Franken?

Thomas Gottschalk ist in Bamberg geboren, in Kulmbach aufgewachsen aber seine Eltern waren Schlesier und längst lebt er in Malibu und Remagen.

Der Andere entstammt zwar einer uralten fränkischen Familie, ist aber in München zur Welt gekommen, hat in Rosenheim Abitur gemacht, hält sich umständehalber heute viel in Berlin auf.

Sind beide Franken? Ich denke doch!

Zumal Franken von jeher ein offenes Land ist.
Ein bewegendes Land mitten in Europa.

Schauen wir uns den vielbemühten Reichskreis näher an.

Fürstbischöfe gehörten dazu. Zu Bischöfen wählten die Domkapitel nicht nur gebürtige oder angestammte Franken. Der wohl bekannteste Bamberger Bischof der Frühneuzeit Lothar Franz von Schönborn war in Steinheim bei Hanau geboren, nicht Franken. Friedrich Karl von Schönborn, sein Neffe, in Mainz geboren, regierte seine Fürstbistümer Bamberg und Würzburg von Wien aus, wo er als Reichsvizekanzler, sozusagen als oberster Beamter, saß. Dazu Zoller über Ansbach und Kulmbach herrschend - sie kamen von der schwäbischen Alp. Die Hauptlinie saß seit dem 15. Jahrhundert in Brandenburg.

Als 1603 die ältere fränkische Linie ausstarb, übernahmen nachgeborene Söhne des Brandenburgischen Kurfürsten das Erbe. Von der Spree nach Franken. Als 1726 die Bayreuther Hauptlinie auch erlosch, folgte eine Nebenlinie aus Weferlingen im heutigen Sachsen-Anhalt.

Der prominenteste Bayreuther "Landrat" des 18. Jahrhunderts — Friedrich — kam dort zur Welt, seine Frau Wilhelmine in Potsdam. Zwei "Reingschlaafte", ausgerechnet sie haben Bayreuth ihren Stempel aufgedrückt. Und Wilhelmine ist heute eine Bayreuther Werbe-Ikone.

<< Ende der wörtlichen Ausführungen Teil 2 zur Rede von Prof. Dr. Günter Dippold anlässlich des Tags der Franken 2010 >>

Fazit: Es ist nicht einfach, zu definieren, wer ein Franke ist. Nicht schlimm: Franken ist von jeher ein offenes Land. Ein bewegendes Land mitten in Europa. Menschen in Franken und deren Geschichte zählen.

Teil 3 der Rede: Franken International