"Der Freistaat Bayern würdigt die Geschichte Frankens durch die Feier eines Tags der Franken", so heißt es im Landtagsbeschluss vom 18. Mai 2006. Von fränkischem Brauchtum ist weiter die Rede.
- Geschichte ist nicht einfach das Geschehen.
- Geschichte heißt, erzählen von Menschen.
- Geschichte ist das Bild, das Menschen von der Vergangenheit zeichnen.
Ein Brauch lebt im Miteinander von Menschen, die das Zeichenhafte des Tuns erkennen.
Es geht um Menschen, nicht um ein Gebiet.
Es geht um die Franken.
Reden wir über sie.
Franken als Region ist nicht leicht zu umreißen.
Es gab den fränkischen Reichskreis, 1500 geformt.
Den Zusammenschluss von geistlichen und weltlichen Fürsten, von Grafen und Reichsstädten. Der Reichskreis, der sich vom Odenwald bis ins Vogtland erstreckte. Von der Rhön bis an die Altmühl. Parallel zum Reichskreis bestand der Ritterkreis.
Beide Kreise deckten sich nicht.
Die fränkische Ritterschaft band den Adel im Gebiet des Hochstifts Fulda ein.
Aber das Hochstift selbst mit Brückenau und Hammelburg zählte nicht zum fränkischen sondern zum oberrheinischen Reichskreis.
Nicht überall im fränkischen Reichskreis wurde ostfränkisch gesprochen. Und fränkische Sprachräume, etwa in Südthüringen, lagen außerhalb des Reichs- wie des Ritterkreises.
Nicht zuletzt haben die drei fränkischen Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken — 1838 so benannt — Identität gestiftet. Sie schlossen Gebiete ein, die ursprünglich nicht zu Franken gezählt hatten, wie den Untermain oder Dinkelsbühl und machten sie dadurch erst fränkisch.
Reichskreis Franken, Ritterkreis Franken, Sprachfranken, Verwaltungsfranken — nicht einfach!
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