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Franken — offenes Land in Europas Mitte

Anmerkung: Schon immer: Franken war Ein- und Franken war Auswanderungsland.

Teil 4 (von 8 Teilen) der Rede von Prof. Dr. Günter Dippold, Tag der Franken 2010

Franken - ein offenes Land mitten in Europa.

Zuletzt die Vertriebenen am Ende des zweiten Wertkrieges. Durch begründete Furcht oder durch Gewalt aus ihrer Heimat gejagt. Sie brachten wichtige Impulse nicht zuletzt für die fränkische Wirtschaft, auch für Küche und Kultur.

Und sie belegen, dass man zwei Heimaten haben kann. Dass man sich für die neue einsetzen kann, ohne die alte ganz aufzugeben.

Auch mancher sogenannte Gastarbeiter aus den letzten Jahrzehnten ist längst vom Gast zum Einheimischen geworden.

Franken war Ein- und Franken war Auswanderungsland.

Unzählige Franken zogen in der frühen Neuzeit nach Österreich, zumal nach Wien. Auch in andere Habsburgische Länder bis in die heutige Ukraine so, wie in den 1730er Jahren die ausgewanderten Schönborn-Flanken.

Im 19. Jahrhundert lockte zunehmend das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Was haben fortgezogene Franken nicht alles geleistet an ihren neuen Wirkungsstätten?

Jeans und Wienerla, Rolex und Tonfilm - Franken haben sie erdacht oder wenigstens mitentwickelt.

Die bekannten - allzu bekannten - Bankhäuser Goldman Sachs und Lehman Brothers - Franken haben sie Mitte des 19-ten Jahrhunderts gegründet.

Markus Goldmann und sein Schwiegersohn Samuel Sachs (als Sohn fränkischer Eltern geboren) und die Brüder Lehmann aus Rimpar.

Franken war auch Durchgangsland.

Menschen kamen, blieben kurz, gingen wieder.

Auch viele von ihnen haben Franken mitgeformt. Der Preusse ETA Hoffmann in Bamberg ist so ein Fall. Oder: Ein erholungssuchender Tourist aus Baden hat das Gedicht geschrieben, das zur Frankenhymne schlechthin geworden ist. Josef Victor von Scheffel schuf in Erinnerung an seine Banzer Sommermonate die Wanderfahrt "Wohlauf die Luft geht frisch und rein". Im Übrigen, wohl die einzige Regionalhymne, die letztlich einen Einbruchdiebstahl bejubelt.

In diesem Franken war Bewegung.
Es war nicht eng, nicht begrenzt.

In Franken gab es Grenzen über Grenzen, wegen der territorialen Zersplitterung. Für viele Menschen war der Nachbarort, ja das Nachbargrundstück, Ausland.

Aber, wo es soviele Grenzen gibt, da werden Grenzen bedeutungslos.

Geschichten von Migration, man findet sie in jeder fränkischen Ortsgeschichte, in jeder Ahnentafel. Menschen kamen und gingen und sie alle, ob sie ihr ganzes Leben hier verbrachten oder nur eine Zeitspanne, sie formten dieses Land.

<< Ende der wörtlichen Ausführungen Teil 4 zur Rede von Prof. Dr. Günter Dippold anlässlich des Tags der Franken 2010 >>

Fazit: In diesem Franken war Bewegung. Es war nicht eng, nicht begrenzt: Franken — offenes Land in Europas Mitte!

Teil 5 der Rede: Worauf kommt es uns Franken an?