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Norbert Walter: Demographischer Wandel - Wer gestaltet den Wandel?

Bericht von Dr. Alois Kastner-Maresch

Der Vortrag von Norbert Walter 20.05.2010 anlässlich des 2. Ökonomiekongresses in Bayreuth

"Hurra wir werden älter, aber wer gestaltet den Wandel?!"

hat das Publikum begeistert! Er erhielt am Ende einen langen Beifall für seine Ausführungen, die Mut machen.

Norbert Walter: "Hurra wir werden älter, aber wer gestaltet den Wandel?!"

Norbert Walter: "Hurra wir werden älter, aber wer gestaltet den Wandel?!"

Vorbemerkung: In diesem Artikel lehnen wir uns sehr stark an die Ausführungen von Norbert Walter an, zitieren ihn oft wörtlich und stellen an manchen Stellen einen oberfränkischen Kontext her. Denn es liegt uns sehr viel daran, dass demographischer Wandel in Oberfranken als eine Chance begriffen und genutzt wird!

Fakt ist, wir werden im Durchschnitt immer älter.

Wie können wir den demographischen Wandel positiv nutzen? Auf Antworten zu dieser Frage zielte Professor Norbert Walter, der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, mit viel Humor und einer gehörigen Portion Emotionen in unnachahmlicher Art ab.

Welche Faktoren die Demographie beeinflussen, das machte Norbert Walter gleich zu Beginn deutlich: Die Bevölkerungsentwicklung hängt von der Geburtenrate, der durchschnittlichen Lebenserwartung und der Zu- und Abwanderung ab.

Der Status Quo laut Professor Walter: "Irgendwie ist es schwer vermittelbar, dass die demographische Entwicklung der nächsten 30 Jahre im wesentlichen gebacken ist. Denn dabei handelt es sich eher nicht um eine Prognose, sondern um eine Beschreibung dessen, was wir getan haben."

Etwas anders sieht es laut Norbert Walter bei der Wanderung aus: "Bei der Wanderung ist erkennbar dass die Variation in der Zeit in unserem Land, aber auch in anderen Ländern, durchaus beträchtlich ist. Da gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, da gibt es Variationen durch Ereignisse. Da sollte man also nicht ganz so sicher sein."

Die Zahlen hinter diesen Aussagen sind gut belegbar und aussagekräftig, aber keineswegs ausreichend für die Definition der richtigen Maßnahmen. Es kommt auf die Ideen an, auf die Kreativität, um Chancen daraus zu entwickeln. Und genau dies ist das Thema von begeisterungsmomente.de ... !

Demographischer Wandel: Zu den Fakten

Die Geburtenrate

  • Die Geburtenrate ist niedrig, bei ca. 1,4 Kinder pro gebärfähiger Frau
  • 40% der akademisch ausgebildeten Männer haben keine Kinder
  • 35% der akademisch ausgebildeten Frauen haben keine Kinder

Die Lebenserwartung

In 150 Jahren (von 1900 aus gerechnet - die Perspektive 2050 im Blick) haben wir eine Verdopplung der durchschnittlichen Lebenserwartung zu verzeichnen.

"Die Geschichte mit der Lebenserwartung ist eine schmerzhafte Geschichte: Seit wir Sterbetafeln machen, sind sie falsch."

Die Fakten:

  • Bis 2050 wird unser Durchschnittsalter um weitere 7-9 Jahre steigen.
  • Das Durchschnittsalter wird dann in der Nähe von 50 Jahren liegen.
  • Die Alterung ist gravierender und wichtiger als der Bevölkerungsrückgang.

Die Wanderung

  • 300 Tsd. Menschen Nettozuwanderung pro Jahr hat es in Deutschland praktisch noch nie gegeben.
  • 200 Tsd. Nettozuwanderung pro Jahr waren fast erreicht worden in weiten Teilen nach der Nachkriegszeit (allerdings unter dramatischen Schwankungen).
  • 100 Tsd. Nettozuwanderung pro Jahr mindestens wurde allen Prognosen der letzten 20 Jahren zugrundegelegt.

Wie der aktuelle Status ist, führte Professor Norbert Walter unmissverständlich aus: "In den letzten drei Jahren war die Nettozuwanderung jeweils deutlich unter 100 Tsd. Zuwanderungen und sie hat sich nicht erhöht. Mit anderen Worten, wenn das, was hier so aussieht, als ob es eine abweichende, eine ausreißende Prognose sei, 100 Tsd. erweist sich derzeit als eine optimistische Annahme!"

Prognose in die Zukunft: Wohin entwickelt sich die Geburtenrate?

Die mitteleuropäischen Länder sind fast alle ähnlich problematisch wie Deutschland. Abweichend sind Frankreich und Großbritannien und die skandinavischen Länder, deren Verlauf ist günstiger.

  • Das jüngste Land der alten Welt werden die USA bleiben.
  • Die USA haben 2,3 Kinder pro gebärfähiger Frau.
  • Die typische amerikanische Familie ist die Familie mit drei Kindern.
  • In den USA wird Sozialisation nach wir vor im geschwisterlichen Umfeld gestaltet.

Die pointierte Meinung von Norbert Walter: "Ich bin sicher, dass die Deutschen, wenn sie mal international vergleichen und feststellen, dass die Franzosen fast zwei Kinder pro gebärfähiger Frau haben und dort die qualifizierten Frauen auch Kinder haben, und Gleiches im gleichen Umfang für England gilt und Gleiches in noch größerem Umfang in Skandinavien gilt, sich nicht lumpen lassen.
Wir ändern uns."

Baustein der positiven Lösung: Klarheit der Analyse - ehrlich zu sich selbst!

Nur wenn wir eine ehrliche Analyse machen, in aller Klarheit die Situation sehen und ihr auf den Grund gehen, dann werden wir Lösungen finden! Lassen Sie uns den Politikern signalisieren, dass die Bevölkerungsmehrheit die Fakten kennt und an positiver Nutzung der Chancen interessiert ist! Wir müssen uns auf die Suche machen. Wir sollten unsere Politiker stärken!

Mehr Kinder schwächen vordergründig die Produktivkraft

Wenn wir jetzt mehr Kinder bekommen, dann schwächen wir die Produktivkraft des Landes. Denn die Kinder sollen möglichst gut betreut werden! Dies ist einfach ein Fakt, ohne Wertung. Selbstverständlich vergrößert sich die Produktivkraft zukünftig. Wir investieren in die Zukunft.

"Denn ich wünschte natürlich, dass einige der Väter und Mütter, die dann Väter und Mütter werden, ihrerseits einen Teil ihrer Zeit für die Betreuung ihrer Kinder einsetzen und nicht für produktive Tätigkeiten. Wenn das so ist, heißt das, für die ersten 20 Jahre: Wenn mehr Kinder, dann noch mehr Inder" führte Norbert Walter aus — in Anspielung an eine Aussage von Ministerpräsident Rüttgers: "Mehr Kinder statt Inder" (als Antwort auf eine Initiative des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, Softwareentwickler aus Indien nach Deutschland zu holen ...

Wanderungsstatistiken - richtig betrachtet!

Die Zu- und Abwanderung muss genau betrachtet werden. Wir zitieren hier Herrn Walter und stimmen diesen Aussagen zu 100% zu.

"Die Deutschen debattieren praktisch nur über die Nettowanderung. Diese Konzentration auf die Nettowanderung bestimmt das politische Argument. Das eigentliche Argument der Wanderung ist aber eines das weit über die Veränderung des Arbeitskräftepotenzials in quantitativer Hinsicht hinausgeht führte Professor Norbert Walter unmissverständlich aus und ergänzte: "In der Nachkriegszeit, als wir im Durchschnitt etwa 180 Tsd. pro Jahr an Nettozuwanderung pro Jahr hatten, pro Jahr!, kam diese Nettozunahme dadurch zustande, dass etwa 600 Tsd. pro Jahr zuwanderten und 400 Tsd. abwanderten."

Die Konsequenzen sind ganz einfach:

  • Die Wanderungsbewegung ist ein Vielfaches der Nettoströme.
  • Der Wanderungsprozess ist ökonomisch, soziologisch und politisch von ganz anderer Dimension.

"Er ist ein Prozess des gegenseitigen Kennenlernens, des Lernens in anderen Kulturen und in anderen Betrieben.

Das Kennenlernen künftiger Absatzmärkte vor Ort jeweils und hat demnach enorme produktive Wirkung."

Wir müssen uns somit auf die Bruttoströme fokussieren, dann behalten wir die bedeutsamen Effekte im Blick.

Wir müssen möglichst viel in Erfahrung bringen über die Motive und über die Absichten der Menschen, die wandern:

  • Wandern sie aus, um draussen zu bleiben?
  • Wandern sie aus, um zu lernen?

Auf die Gründe kommt es sehr entscheidend an, um aus den Effekten eine Perspektive zu entwickeln.

Norbert Walter: Es wandern immer noch zu wenige aus!

Norbert Walter sieht den Fakt so: "Ich glaube, dass noch immer zu wenig Deutsche auswandern, noch schlimmer ist es aber, dass wir Deutschen so wenig gute Gründe, durch unsere Art, mit Menschen umzugehen etablieren, dass man wieder zurückkehrt."

Ein kleiner Exkurs:

Sind Sie auch dieser Meinung?

Dann haben Sie erkannt, dass nichtlineare Rückkopplungen nicht so einfach sind — wir Menschen haben damit Schwierigkeiten. Wir würden die Menschen doch am besten gleich hier behalten ...

Wir denken linear, einfach und weniger den natürlichen Prozessen angepasst. Wir träumen beispielsweise von unlimitiertem Wachstum. Die Natur kennt nur gesättigtes Wachstum unter begrenzten Ressourcen. Ende des Exkurses.

Wie können wir erreichen, dass die Menschen, die auswandern und diejenigen, die auf uns blicken, sich angezogen fühlen und den brennenden Wunsch entwickeln, zu uns (nach Deutschland, Bayern, Oberfranken, Hochfranken) zu kommen?

Unser Ziel sollte sein: Wir wollen einladender werden!

Wie schaffen wir das?

Ein Gedanke - ins Positive gewendet - von Norbert Walter am Ende seines Vortrags lautete: Unsere Unternehmenschefs sollten sich um die kümmern, die die Welt erkunden und weniger um die, die ihnen auf der Pelle hocken.

Damit können Unternehmen beweisen, dass sie die Lage richtig erkannt haben!

Eine Steilvorlage für begeisterungsmomente.de

Noch schöner hätte er nicht auf eine der Grundideen von begeisterungsmomente.de hinzielen können!

Die Idee für Oberfranken, die für mich damit untermauert wird, lautet: Wir werden Region der gesunden Unternehmen! Noch besser, das Land der gesunden Unternehmen — wenn wir die Methoden hier in Oberfranken geschaffen haben.

Denn es wird schwer, dass Oberfranken seine Leistungen des Gesundheitswesens exportiert! Das werden eher die deutschen Aushängeschilder wie Großhadern in München, die Charitee in Berlin und ähnlich international bekannte Zentren für Medizin tun können.

Wir können jedoch die Argumentation von Norbert Walter auf die Region der gesunden Unternehmen anwenden und dieses Know-how konsequent entwickeln und dann exportieren. Nebenbei erreichen wir eine hohe Attraktion für jungen Familien und Menschen! Denn jeder möchte in einer gesunden Arbeitsumgebung wirken.

Besuchen Sie auch die Website von Walter & Töchter.