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Christiane Stenger: "Warum fällt das Schaf vom Baum?"

Erfahren Sie von Christiane Stenger, wie Sie schnell und effizient 20 beliebige Begriffe lernen können. Die Teilnehmer des 2. Ökonomiekongresses am 20. / 21. Mai 2010 in Bayreuth konnten dies im Vortrag ganz praktisch nachvollziehen!

Und wie hängt das alles mit Kreativität zusammen? Auch dies wurde von Christiane Stenger deutlich gemacht. Erfahren Sie nachfolgend mehr ...

Die Themen der mehrfachen Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger waren:

  • Was kann mit Gedächtnistechniken alles erreichen?
  • Was gibt es Wichtiges über die Funktion des Gehirns zu erzählen?
  • Wie können wir mit vielen kleinen Übungen die Prinzipien der Gedächtnistechniken begreifen?

Die Grundfrage, die Christiane Stenger dem Publikum stellte: Stecken in Ihnen (Anmerkung: den Zuhörern) große Gedächtnisgenies? — "Da bin ich mir ziemlich sicher!" führte Christiane Stenger aus, gestützt auf ihre Erfahrung.

Christiane Stenger, mehrfache Gedächtnisweltmeisterin, in Bayreuth

Christiane Stenger referierte beim 2. Ökonomiekongress in Bayreuth über "Warum fällt das Schaf vom Baum?"

Die Aufgabe: 20 Begriffe in der richtigen Reihenfolge merken

Sie hatte sich folgendes überlegt: Sie wollte sich 20 Wörter merken, die die Zuhörer ihr spontan zurufen sollten. Das Ergebnis war beeindruckend, folgende Begriffe wurden genannt:

  1. Kraftwärmekopplung
  2. Geld
  3. Bonsai
  4. Exmatrikulation
  5. Photovoltaik
  6. K-box
  7. Sonatenhauptsatzform
  8. Rettungsboje
  9. Friede
  10. Freiheit
  11. Eierkuchen
  12. Notizblock
  13. Liebe
  14. Sternschnuppe
  15. Ökonomiekongress
  16. Championleague Endspiel
  17. Mathematik
  18. Hefeweizen
  19. Weißwurst
  20. Flausen

Versuchen Sie es doch mal selbst, sich die 20 Begriffe in der richtigen Reihenfolge zu merken!

Alle Zuhörer waren gespannt, wie und ob das funktionieren würde!

Ziele richtig setzen

Christiane Stenger erklärte zu Beginn noch etwas Entscheidendes:

"Vorher gibt es noch was ganz Wichtiges zu sagen. Es ist eben beim Lernen genauso wie beim Gedächtnistraining ganz, ganz wichtig und entscheidend, dass man sich Ziele setzt. Also Ziele, die man auch erreichen kann.

Bei den 20 Begriffen würde ich sagen, ich möchte mir jetzt 18 Wörter merken. Dies ist das Ziel, das ich erreichen möchte.

Wenn ich dann 19 schaffe, dann kann ich mich freuen, dass ich es erreicht habe und sogar um eines übertroffen habe.

Und bin jetzt glücklich und motiviert, weiter zu lernen.

Wenn ich von Anfang an gesagt hätte, ich möchte sofort alle 20 merken und schaffe nur 19, bin ich hingegen total enttäuscht weil ich mich nicht nur über dieses eine fehlende Wort ärgere und gar nicht beachte, dass ich 19 richtig hatte und bin jetzt demotiviert und frustriert.

Deswegen ist es ganz ganz wichtig, nicht von sich zu erwarten, dass man auf Anhieb alles kann ..."

Mit der Frage "Wer von Ihnen glaubt denn, dass er jetzt, so nach einem kurzen Training, nach einer halben Stunde, auch alle 20 Begriffe in der richtigen Reihenfolge aufsagen kann?" schloss Christiane Stenger diesen Teil ab. Das Resultat ihrer Frage waren nur sehr wenige Hände, die sich hoben ...

Christiane Stenger schaffte alle 20 Begriffe in der richtigen Reihenfolge

Christiane Stenger schaffte es, alle 20 Begriffe in der richtigen Reihenfolge zu nennen.

Natürlich schaffte Christiane Stenger alle 20 Begriffe aus dem Gedächtnis in der richtigen Reihenfolge zu nennen.

Der Bezug zur Kreativität?

Auch Kreativität kann man trainieren. Das Gedächtnistraining ist dafür eine hervorragende Möglichkeit.

"Wir haben über 100 Mrd. Hirnzellen in unserem Gehirn" stellt Christiane Stenger fest. "Das sind ungefähr so viele Sterne wie unsere Galaxie, die Milchstrasse, hat. Und alle diese Gehirnzellen können Verbindungen - insgesamt 10.000 Verbindungen, jede einzelne - mit den anderen Gehirnzellen eingehen. Umso vernetzter diese Gehirnzellen sind, quasi, umso intelligenter ist man — modell-artig ausgedrückt."

"Auch durch Gedächtsnistraining kann man immer mehr Verknüpfungen schaffen. Je mehr Verknüpfungen wir haben, umso leichter ist es natürlich für uns, auf neue Ideen zu kommen. Weil wir vorher vielleicht nie drauf gekommen wären, weil es lauter Umwege gibt, weil wir einfach keine Verbindung dazu haben" erläuterte sie.

Und hier haben wir genau den Bezug zur Kreativität: Wenn wir eine kurze, ggf. sogar direkte Verknüpfung haben, dann verknüpfen wir Informationen, die wir vorher nicht verknüpfen konnten.

Christiane Stenger: "Und deshalb ist Gedächtnistraining eine ganz, ganz tolle faszinierende Geschichte."

Informationen, an die wir uns gut erinnern können

"Dazu schauen wir uns erst mal an, an welche Informationen wir uns gut und leicht erinnern können. Das sind zum einen Dinge, für die wir uns interessieren. Wenn wir etwas lernen wollen, dann brauchen wir Interesse. ... Das merkt man sich ganz von selbst, da muss man sich gar nicht anstrengen."

"Also, Interesse spielt eine ganz, ganz große Rolle, dann können wir uns Dinge gut merken, wenn sie total außergewöhnlich oder besonders sind. Deshalb schon mal der Tipp: wenn man sich etwas merken möchte, dann ist es wichtig, dass man dieses möglichst bunt, witzig, chaotisch oder wie auch immer vorstellt" empfahl Christiane Stenger ganz konkret.

Wir können uns viel besser an die Dinge erinnern, mit denen wir etwas bekanntes verknüpfen können. Wir sollten also herausfinden, wie wir neue Informationen mit bereits bekanntem Wissen verbinden können.

Frau Stenger führte aus: "Wir nutzen beim Gedächtnistraining also wirklich unsere Gedächtnisstrukturen und machen uns das genau zunutze. Und man kann auch sagen, dass Gedächtnistraining so ähnlich wie Werbung funktioniert: Wir müssen immer eine Geschichte erzählen, Emotionen sind auch ganz wichtig, Emotionen wecken und das tun wir eben alles."

In Bildern denken

Christiane Stenger: "Und wir möchten jetzt erstmal etwas ausprobieren, was noch wichtig ist, dass man in Bildern denkt. Denn es ist wirklich unsere natürliche Erinnerungsfähigkeit, dass wir uns am leichtesten in Bildern erinnern. Und das machen wir uns beim Gedächtnistraining zunutze. Das Vorstellen in Bildern wollen wir nun gemeinsam ausprobieren."

Verrate ich zu viel, wenn ich berichte, dass am Ende eine überwältigende Mehrheit im Saal fast alle zwanzig Begriffe aufsagen konnte - in der richtigen Reihenfolge! — mich eingeschlossen :-)

Das funktionierte, weil die Begriffe mit Orten verknüpft wurden und daraus eine abzulaufende Reihenfolge im Gedächtnis erstellt wurden. Zu jedem Ort und dem jeweils zugehörigen Begriff hatte sich jeder der Teilnehmer am Ende seine ureigene Geschichte ausgedacht und ins Gedächtnis eingeprägt.

Das Fazit: Es war spannend, wie souverän und zielgerichtet Christiane Stenger dem Publikum Gedächtnistraining nahe brachte!

Nebenbei bemerkt, mir wurde klar, warum ich persönlich alle mir wichtigen Dinge mit einem Ort ausstatte (weiss, wo ich sie konkret, individuell zu suchen habe) — und es dadurch in meinem Arbeitsumfeld manchmal etwas chaotisch aussieht. Es ist ja bekannt, wenn man aufräumt, dann findet man nichts mehr :-)

Erkennen Sie den Hintergrund?

Und wenn man etwas in Ordnern ablegt, dann ist es zwar in eine Ordnung gezwängt, aber im Gedächtnis leider nicht mehr präsent.

Es gibt — neben den Büchern von Christiane Stenger (einfach mal auf Amazon schauen) — noch ein weiteres Buch, das ich empfehlen kann: "Das perfekte Chaos" von Eric Abrahamson und David H. Freedman mit dem Untertitel: "Warum unordentliche Menschen glücklicher und effizienter sind" — vielleicht interessiert Sie dieses Buch ja ... :-)

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Christiane Stenger.

Dass die Verantwortlichen für das Programm des Ökonomiekongresses den Beitrag von Christiane Stenger mit aufgenommen haben, war besonders erfrischend. Danke!