Moderator: "Es ist gesagt worden: Oberfranken hat möglicherweise einen verborgenen IT-Schwerpunkt und die Chance, den stärker zu machen, das könnte Open Source sein. Warum?"
AKM: "Nein, es ist nicht unbedingt Open Source, sondern es ist die Individualität von Ansprüchen von Kunden, von Eigenschaften der Software."
"Das kann einen methodischen Schwerpunkt ergeben."
"Es müssen nicht alle in der gleichen Richtung arbeiten, aber sie haben ähnliche Probleme und ähnliche Methoden, die sie anwenden.
Oder sie wollen sich gemeinsam über Marketing neue Potenziale erschließen.
Dies ist der Kern dieses verborgenen Schwerpunktes."
Moderator: "Aber trotzdem ist Open Source ein großes Stichwort - oder?"
AKM: "Ja, aber es gibt in Oberfranken nicht viele Unternehmen die sagen, sie wollen Richtung Open Source gehen. Ich denke, wir sind ein prominentes."
"Ich weiss, es gibt andere, die auch überlegen, aber vielleicht manchmal noch nicht so weit sind, zu sehen, was dies bedeutet."
""Open Source gehen" ist schwierig. Es ist nicht einfach mit einer Absicht getan und mit etwas Arbeit, sondern es ist ein Prozess, den man ganz bewusst eingehen muss. Das hat Herr Seibt auch sehr gut dargestellt."
Moderator: "Also es gibt auch ganz deutlich Risiken darzustellen?"
AKM: "Ja, man muss es bewusst angehen.
Einfach mal sagen, dann machen wir Open Source, das wäre leichtsinnig - definitiv."
Moderator: "Jetzt hat Richard Seibt gesagt, Schwerpunkte entstehen immer da, wo Universitäten sind. Wo Wissenschaft ist und zum anderen, wo die nachfragende Industrie ist - ein Cluster aus Wissenschaft und Wirtschaft. Haben wir dies in Oberfranken?"
AKM: "Es gibt das Institut für Informationssysteme an der Hochschule Hof, das kann ein interessanter Baustein sein. Die Unternehmen - wir sind immer noch eine Region mit einer der höchsten Industriedichte, also wir haben genügend Unternehmen hier. Die werden von vielfältigen Unternehmen von außerhalb bedient - Dienstleister - und das mehr in der Region zu halten, das ist sicherlich auch eine interessante Sache. Daran arbeiten viele - IT-Cluster, viele Einzelunternehmen, auch Organisationen und Hochfranken. Alle versuchen, die Wertschöpfung in der Region zu stärken."
Moderator: "Das Potenzial ist da, allerdings mit Luft nach oben."
AKM:"Definitiv ist Luft nach Oben. Alleine schon deshalb, weil von außerhalb viele Dienstleistungen herangetragen werden. Und wenn man oft nicht weiß, was es in der Region schon Gutes gibt, dann guckt man nach außerhalb. Wenn man dann aber weiß, was es an sehr guten Unternehmen gibt, dann bleibt man in der Region."
Moderator: "Wie wichtig ist der Kopf in der Wirtschaft und vor allem in der IT-Branche?"
AKM: "Für mich ist es das wirklich Ausschlaggebende. Es ist in der IT-Branche, in der Softwareentwicklung, klar, dass ohne die sehr guten Entwickler, ohne eine sehr gute Anleitung, in welcher Richtung man läuft, gar nichts geht."
"Und auch die Leidenschaft, wurde auch schon angesprochen, ist unbedingt notwendig.
In der Entwicklung in der Softwareindustrie, also, wenn ich da nicht auch leidensbereit bin, nachts mal was durchziehe, das ich tagsüber nicht geschafft habe, dann bin ich dort nicht richtig."